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Der Schmalkalder Krater – ein Unglück mit Ansage?

[ 1. November 2010 | von Jan Schrenke | 4.995x gelesen | keine Kommentare | Artikel ausdrucken | Trackback ]

In Schmalkalden brach die Erde auf. Gegen 3.00 Uhr Ortszeit sackte in der Schmalkalder Walther-Rathenau-Straße der Erdboden weg in einen, wie von den Experten auf der Pressekonferenz zu hören war, unterirdischen Hohlraum. Der Krater hat derzeit Ausmaße von ca. 35 x 40 Metern und war bei seiner Entstehung  ca. 25 Meter tief. Durch permanent nachrutschendes Erdreich vom Kraterrand reduzierte sich die Tiefe auf derzeit 12 Meter.  Bei dem Erdfall, wie er in Fachkreisen genannt wird sind sage und schreibe 20.000 bis 30.000 Kubikmeter Erdreich einfach abgesackt.

Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Jedoch mussten 25 Menschen aus 9 Familien ihre Wohnhäuser räumen, weil sie einsturzgefährdet sind. Bis dato ist bei allem Glück im Unglück nur ein enormer Sachschaden zu verzeichnen. Ein herber Schlag für die Betroffenen.

Da stellt sich naturgemäß die Frage, wie so etwas geschehen konnte. Die Geologen des Thüringer Bergamtes gehen von einer natürlichen Ursache aus. Durch die natürliche Auswaschung von Salz- oder Kalkgestein habe sich ein unterirdischer Hohlraum gebildet. Aber ist diese Auswaschung wirklich so unvorhersehbar und unabwendbar gewesen, wie man es jetzt den Betroffenen Glauben machen möchte?

Schenkt man den alten Schmalkaldern Glauben ist das Salzvorkommen im Bereich „Am Bad“ (neben Hellweg-Baumarkt) sogar kommerziell abgebaut worden. Die Stollen sollen nie richtig verfüllt worden sein. Sie wurden lediglich umgenutzt und teilweise zweistöckig zu Kellerräumen umgebaut, ohne aber die dahinterliegenden Hohlräume jemals richtig zu verfüllen. Unter anderem sollen diese Räumlichkeiten nach unbestätigten Angaben einmal von einem Getränkehersteller genutzt worden sein. Das allein macht aber noch keinen Erdrutsch.

Nun gibt es aber unterhalb der Walter-Rathenau-Straße zwei Gebäude im Eigentum der Stadt Schmalkalden, von denen seit Jahren bekannt ist, dass deren Keller permanent voll Wasser laufen, wobei das Wasser eindeutig aus dem Berg durch die Kellerwände dringt.

Aus diesem Grund ist bereits vor Jahren die GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. und die Firma IWS Mitte GmbH aus diesen Gebäuden ausgezogen. Spätestens jedoch mit der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für die „Schmalkalder Tafel“ war für jeden Schmalkalder in der Tagespresse zu lesen, dass die in Betracht gezogenen Räumlichkeiten der Gebäude „Am Bad“ zu feucht und in einem baulich nicht geeigneten Zustand waren. Offensichtlich hat man sich seitens des Hausherren niemals die Mühe gemacht den akuten Wassereinbruch zu ergründen, geschweige denn ihn zu beheben. Angesichts der Menge und des Drucks mit dem das Wasser in die Kellerräume eindringt, kann man auch ohne „Fachkenntnisse“ Grundwasser als Quelle ausschließen.

Der geneigte Leser kann sich nun selbst ein Bild machen, was passiert ist. Die Fakten zusammengefasst ergeben ein bekanntes Salzvorkommen nicht erforschten Ausmaßes, ein unkontrollierter Wasserfluss, ob nun aus einer Quelle oder einer uralten gebrochenen Wasserleitung, und ein nachlässiger Hausherr, der aus Kostengründen die Ursache des Wassereinbruchs nicht erforschen ließ. Das alles geschehen direkt im Bereich unterhalb des heute entstandenen Kraters.

Unter diesen Umständen sei die Frage erlaubt, ob dieses Unglück nicht vermeidbar gewesen wäre, zumal auch die notwendige Verfüllung mit über 1000 LKW-Ladungen Kies ein erhebliches Kostenrisiko für die bevorstehende Landesgartenschau darstellen dürfte.

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