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Öl in Schmalkalden entdeckt!

Öl in Schmalkalden entdeckt!

Nur reich werden wir davon nicht! Eher das Gegenteil ist wohl der Fall.

Am Montag Abend erhielten wir einen überraschenden Anruf von völlig aufgelösten Anwohnern der Fuchsenkothe. „Schnell komm her, hier stinkt´s zum Himmel“ murmelte eine Bekannte am anderen Ende der Leitung, „die Polizei ist auch schon da“. So schnell ich konnte, verließ ich die Stadtratssitzung, der ich gerade beiwohnte, um mir selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Dort angekommen begrüßte mich auch schon die Polizei mit den Worten „halten Sie sich etwas vor´s Gesicht, das ist nicht auszuhalten“. Die umsichtigen Beamten hatten bereits die Wasserbehörde informiert, da sie sich angesichts der Umstände ernsthafte Sorgen um das Wohlergehen der Anwohner machten.

Die Anwohner des Auerweg trauten ihren Augen bzw. wohl eher Nasen nicht, als in Ihrer Abwesenheit eine von der Stadtverwaltung beauftragte Baufirma das Erdreich auf dem Gelände im Sanierungsgebiet Fuchsenkothe nach einer Wasserleitung durchsuchte. Dabei waren Sie offensichtlich auf Öl gestoßen. Allerdings nicht das gute, wo es auch Geld für gibt, sondern eher jene Sorte für das man in aller Regel eine Menge Geld für eine korrekte Entsorgung zahlt. Nach derzeitigem Kenntnisstand, ist davon auszugehen, dass es sich hier um Altlasten aus dem zu DDR-Zeiten dort ansässigen Öllager handelt.

„Einen so unglaublich nach Diesel und Öl stinkenden Erdhaufen habe ich noch nicht gesehen“ sagte einer der Beamten. Doch es sollte noch heftiger werden. Als der Mitarbeiter der Wasserbehörde eintraf, waren seine ersten Worte „Sagt mir nicht, dass das dort eine Trinkwasserleitung ist!“ Dieser Bitte konnte zu allem Übel nicht entsprochen werden. Denn es handelte sich in der Tat um eine Trinkwasserleitung, die bei den Grabungsarbeiten der besagten Baufirma zu Bruch gegangen war. Nun sprudelte das kostbare Nass dort munter vor sich hin und spülte nach und nach das ganze Öl aus den Erdschichten, das dann gemeinsam mit dem Wasser, das in allen Regenbogenfarben schimmerte, in tiefere Gegenden entschwand.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe wird ersichtlich, wenn man sich überlegt, dass auf diesem offensichtlich verseuchten Gelände ein nahrungsmittelproduzierendes Unternehmen entstehen soll. Und nur wenige hundert Meter Luftlinie ein heimischer Mineralbrunnen sein Wasser aus der Tiefe zieht. Hier bleibt nur die Frage offen, wie lange es dauert, bis das Mineralwasser nach Diesel schmecken wird.

Nun wird ja das Argument ins Feld geführt, deswegen soll ja dort saniert werden, um diese Altlasten zu beseitigen. Aber hier liegt eine Täuschung vor. Denn laut den Unterlagen werden Flächen, auf denen selbst nichts gebaut wird auch nicht saniert. Das heißt also, das Erdreich unter dem Rasen vor dem neuen Nahrungsmittelunternehmen soll verseucht bleiben. Der Sinn dieser Taktik erschließt sich mir nicht ganz, außer das auf Kosten der Anwohner und der Konsumenten des betroffenen Unternehmen, Geld gespart werden soll.

Aber vielleicht soll das ja auch der neue Trendgeschmack des kommenden Sommers werden
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Öl in Schmalkalden

Es bleibt letztlich nur abzuwarten wie sich die Sache entwickeln wird und welche Konsequenzen zum Wohle der Bürger gezogen werden. Ein Fall für die Aufsichtsbehörden dürfte der Vorfall allemal sein.

In diesem Sinne: Trinken Sie vorsichtig, sonst haben Sie schnell den Tiger im Tank!

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About Jan Schrenke

Jan Schrenke, Schmalkalder mit Leib und Seele, denn es nach dem Herumreisen in der Weltgeschichte wieder in seine Heimat nach Schmalkalden zog. Da sich aber einige Dinge in Schmalkalden anscheinend nur durch Beharrlichkeit ändern lassen, soll dieses Blog für genug Schubser sorgen, um in Schmalkalden etwas zu bewegen!

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